Der Winter ist noch da. Er hat uns noch fest im Griff. Und trotzdem ist da etwas in dir, das wieder aufstehen will. Nicht hektisch, nicht mit einem grossen Neuanfang – eher wie ein ganz kleines Licht, das sanft wieder anfängt zu leuchten.
Genau darum geht es bei Imbolc.
Was ist Imbolc?
Imbolc ist eines der acht grossen Jahreszeitenfeste. Wir haben vier Sonnenfeste und vier Mondfeste.
Die Mondfeste sind etwas weniger bekannt.
- Imbolc
- Beltane
- Lammas
- Samhain oder Halloween
Die Sonnenfeste hingegen kennst du wahrscheinlich:
- Frühlingstagundnachtgleiche / Ostara
- Sommersonnwende / Litha
- Herbsttagundnachtgleiche / Mabon
- Wintersonnenwende / Yule
Diese Feste geben dem Jahr eine wundervolle Struktur und damit natürlich auch viel Tiefe. Ich persönlich plane grosse Veränderungen gern entlang dieser Schwellen, weil sie wie natürliche Wegmarkierungen sind.
Imbolc ist nicht Frühling – aber der Anfang vom Licht
Imbolc bringt noch nicht den vollen Frühlingsanfang wie Ostara (die Frühlingstagundnachtgleiche Ende März). Es ist eher dieses Gefühl: Das erste Licht ist wieder da.
Mit Anfang Februar – manchmal auch erst Mitte Februar – zeigen sich die ersten Zeichen: Schneeglöckchen, Krokusse, die ersten Knospen an den Bäumen, ein Hauch von „da wächst wieder etwas“.
Imbolc erinnert dich daran: Alles beginnt im Kleinen.
Es ist kein Neuanfang mit Feuerwerk. Sondern der Moment, in dem du merkst: Da ist wieder Leben in mir.
Warum der Februar so ein besonderer Zwischenraum ist
Für viele Menschen ist der Februar ein Zwischenraum: nicht mehr ganz Winterruhe, aber auch noch nicht Frühling. Und genau dieser Zwischenraum ist wichtig. Diese leisen Feste „dazwischen“ tragen eine besondere Qualität: Ruhe, Reifung, ein sanftes Vorwärtsgehen – ohne Druck.
Das Licht gewinnt wieder an Kraft. Die Sonne wird stärker. Und du darfst dieses kleine Licht in dir nähren.
- kleine Entscheidungen treffen
- Klarheit finden
- Entlastung für deinen Alltag schaffen
- in die Annahme und Ruhe kommen
Wenn wir die spirituelle Bedeutung von Imbolc anschauen, zeigen sich drei grosse Themen:
- Reinigung – nicht als Frühlingsputz, sondern sanft und ohne Druck
- Weihe / Segnung – dein Zuhause, deinen Körper, deinen Weg für dieses Jahr
- Innere Flamme – Kreativität, Hoffnung, Lebenslust, die langsam zurückkommt
Drei kleine Imbolc-Rituale
Ich kenne diesen inneren Druck so gut. Aber bei Imbolc geht es eben darum, keinen Druck zu machen, sondern einfach zu sein. Darum teile ich dir hier Rituale, die klein sind, liebevoll und machbar.
Das Licht-Ritual mit Kerze oder Feuer
Wenn du einen Kamin hast: wunderbar. Wenn nicht: eine Kerze reicht vollkommen.
Zünde das Feuer oder die Kerze an und frag dich:
Was will in mir wieder leuchten? Oder: Was will neu in mir leuchten?
Dann geh für ein paar Minuten in eine ruhige, meditative Stimmung und schreib drei Worte auf, die kommen.
Zum Beispiel: Ruhe, Balance, Mut, Klarheit, Selbstliebe
Wichtig: Es geht um Worte, die mit dir zu tun haben. Nicht darum, dass „etwas zu dir kommt“, sondern darum, was du in dir nähren und verändern willst.
Nimm dir dafür fünf Minuten. Mehr braucht es nicht.
Wenn du merkst, dass deine Neujahrsvorsätze nicht aufgegangen sind, ist Imbolc ein liebevoller Moment, um zu prüfen, was du wirklich willst, was dir Freude macht und welcher kleine, stimmige Schritt jetzt sanft und realistisch zu dir passt.
Ein Satz, der gehen darf
Lass das Feuer oder die Kerze brennen und nimm ein Blatt Papier.
Schreib einen Satz auf, der gehen darf. Einen Glaubenssatz, eine Idee, eine innere Härte.
Zum Beispiel:
- Ich bin nicht spirituell genug.
- Ich bin nicht intuitiv.
- Ich bin zu emotional.
- Ich bin zu sensibel.
- Ich muss alles alleine schaffen.
- Ich muss immer stark sein.
Dann nimm das Papier in die Hand und gib dem Satz kurz Anerkennung:
Ich sehe dich. Du hast mich lange begleitet. Und ich bin jetzt bereit, dich loszulassen.
Wenn du soweit bist, kannst du das Papier sicher verbrennen oder es zerreissen und wegwerfen.
Und danach stell dir die Frage: Was ist mein nächster kleiner Schritt?
Nicht der Riesenschritt. Der kleine.
Eine sanfte kleine Reinigung
Wenn du „Reinigung“ hörst, wird es bei vielen Frauen sofort ein Frühlingsputz. Aber Imbolc ist nicht der Moment für Druck.
Mach etwas Kleines:
- den Spiegelschrank im Bad
- die Unterwäscheschublade
- eine Küchenschublade
- ein Regal im Büro
- eine Ecke, ein Stapel, ein Fach
Schaff Raum für das neue Licht – ohne dich zu überfordern.
Diese Fragen sind für mich wie ein innerer Kompass:
- Wo darf ich gerade sanfter mit mir selbst sein?
- Was darf jetzt gehen, damit ich wieder atmen kann?
- Was darf ich loslassen, damit ich bei mir ankomme?
- Was ist mein nächster kleiner Schritt?
Kleiner Schritt. Nicht Riesenschritt. Imbolc erinnert dich: Das Licht kommt zurück. Die Tage werden länger. Du musst nicht rennen. Du darfst langsam gehen.
Was ist dein kleines Licht jetzt zu Imbolc? Was möchtest du in dir leuchten lassen?
Alles Liebe,
Marisa
