Vielleicht kennst du diesen Satz in dir: "Ich bin nicht gut genug." Oder: "Ich muss leisten, damit ich geliebt werde." Und vielleicht hast du schon vieles ausprobiert, um solche inneren Stimmen endlich loszuwerden – und trotzdem tauchen sie immer wieder auf.
In diesem Beitrag zeige ich dir, warum Glaubenssätze oft nicht durch positives Denken verschwinden – und was du stattdessen tun kannst, damit sie wirklich gehen dürfen.

Was Glaubenssätze wirklich sind (und warum sie nicht „falsch“ sind)
Lass uns zuerst etwas wichtiges klären: Ein Glaubenssatz ist kein Fehler. Er ist nicht einfach erschienen, weil du etwas falsch gemacht hast. Ein Glaubenssatz ist ein altes Schutzprogramm.
Glaubenssätze entstehen durch Erfahrungen und Prägungen – durch Familie, Erziehung, Beziehungen und das, was wir über Jahre gelernt haben. Manchmal können sie sogar aus unserer Ahnenlinie kommen oder aus Bindungen aus vergangenen Leben. Und genau mit dem Satz bin ich bewusst vorsichtig.
Es geht nämlich nicht darum, dass du dich dahinter versteckst und dir selbst einredest, dass du nichts ändern kannst daran, weil es aus einem früheren Leben kommt. Es kann allerdings sein, dass du etwas erlebt hast (oder etwas in deinem System gespeichert ist), das dich heute noch prägt und das etwas mehr Aufmerksamkeit braucht.
Manche Glaubenssätze sind nicht nur Gedanken. Manchmal hängen sie an einem uralten inneren Versprechen – an unbewussten Bindungen oder Sätzen, die wir irgendwann geschworen haben. Aus Angst, Loyalität oder Schmerz.

Dann reicht positives Denken nicht. Dann darf etwas energetisch gelöst werden.
Wenn du spürst, dass dich das betrifft und du immer wieder am gleichen Punkt landest, kann meine Meditation zum Auflösen von Versprechungen und Schwüren ein kraftvoller nächster Schritt für dich sein. Du findest die Meditation hier: Meditation zum Auflösen von Flüchen und Versprechungen
Warum Glaubenssätze so hartnäckig sind
Viele Glaubenssätze sind unglaublich zäh. Du kannst sie mit dem Kopf verstehen, du kannst sie analysieren – und trotzdem werden sie nicht leiser. Der Grund dafür ist simpel und gleichzeitig tief: Ein Glaubenssatz sitzt nicht nur im Kopf. Er sitzt auch im Körper – und vor allem im Nervensystem.
Wenn du mit einem Glaubenssatz reagierst, kann das bedeuteten, dass dein Nervensystem gerade getriggert und gestresst. Das liegt oft daran, dass Glaubenssätze oft in dem Moment aktiviert werden, wenn du etwas tust, das Mut braucht und Grenzen sprengt.
Lass mich dir ein Beispiel geben:
- du willst deinen Job kündigen, um deinen Herzensweg zu gehen
- du lässt dich auf eine neue Beziehung ein
- du machst dich selbstständig
- du beginnst eine spirituelle Ausbildung und gibst dich deiner Intuition hin

In solchen Momenten werden innere Überzeugungen und Glaubenssätze schnell laut. Denke daran: Diese Glaubenssätze wollen dich nicht sabotieren. Sie wollen dich schützen. Sie wollen dafür sorgen, dass du „in Sicherheit“ bleibst – auch wenn sie dich dabei gleichzeitig zurückhalten.
Der 4-Schritte-Prozess, der wirklich funktioniert
Für mich gibt es einen Prozess von vier Schritten, der nachhaltig wirkt, um einen Glaubenssatz zu überwinden.
1. Trigger erkennen
Werde im Alltag achtsam. Erkenne den Moment, in dem du getriggert bist. Merke, in welchen Momenten du immer wieder die gleichen Worte denkst oder sagst.
2. Beobachten und entkoppeln
Beobachte deinen Glaubenssatz:
- Wann taucht er auf?
- Mit welchen Menschen?
- In welchen Situationen?
- Wo spürst du ihn im Körper?

3. Eine neue Wahrheit wählen
Wenn der Glaubenssatz lautet: Ich bin nicht gut genug, dann ist Ich bin perfekt als neuer Glaubenssatz zu weit weg von deiner aktuellen Realität.
Stimmiger wäre zum Beispiel:
- Ich bin genug.
- Ich bin richtig.
Wähle eine neue Wahrheit, die sich machbar anfühlt.
4. Im Alltag beweisen
Ein Beispiel, das mich sehr berührt hat: Ich sass in einem Restaurant neben einer jungen Mutter mit einem zwei Monate alten Baby. Das Kind war überreizt, die Mutter hatte ihre Wickeltasche draussen vergessen und entschuldigte sich ständig. Als ich ihr anbot, die Tasche schnell zu holen, wollte sie zuerst nicht annehmen.
Diese Szene war so typisch für ein tiefes Muster vieler Frauen: Ich darf keine Hilfe annehmen. Ich muss alles alleine schaffen. Ich muss alles im Griff haben.
Und genau hier liegt der Alltagsbeweis: Wenn dein neuer Satz lautet: "Ich darf Hilfe annehmen", dann übe im Kleinen. Wenn dir jemand Hilfe anbietet, dann sag Ja zu dieser Hilfe.
Wenn du willst, schreib mir deinen Glaubenssatz in die Kommentare – und auch die neue Wahrheit, die du wählen möchtest. Ich freue mich sehr, zu lesen, was du in Veränderung bringst.
Alles Liebe,
Marisa
