489 – Heilung ist keine To-do-Liste: Warum Freude Medizin sein kann

Wenn du das Gefühl hast, du musst ständig an dir arbeiten, dich ständig optimieren und endlich irgendwann ankommen, dann ist diese Folge für dich. Denn Heilung bedeutet nicht, dass du dich ununterbrochen verbesserst. Heilung bedeutet, wieder zu leben, wieder zu atmen und wieder Freude zuzulassen. Und ja: Freude kann Medizin sein.

In dieser Podcastfolge möchte ich mit dir ganz genau hinschauen: Warum machen so viele Menschen Heilung von Leistung abhängig? Und wie kommst du ganz sanft zu dir selbst und zu deiner Freude zurück?

Wenn Heilung zur To-do-Liste wird

Gerade in der Spiritualität ist es ganz oft so, dass Menschen wachsen wollen, sich entwickeln, heilen möchten. 

Und irgendwann wird daraus plötzlich eine To-do-Liste. Mehr meditieren, mehr aufräumen, mehr Schattenarbeit, mehr Journaling, mehr Disziplin, mehr Erdung, mehr trinken, mehr in die Natur.

Wenn man diese ganzen To-Do's dann nicht schafft – was realistisch ist – kommen die Schuldgefühle und der Gedanke, es falsch zu machen. Der Kopf beginnt zu drehen und sagt sich Dinge wie: "Ich bin nicht weit genug. Ich bin nicht spirituell genug."

Etwas, das ich dir hier ganz klar mitgeben will, ist dieses Wissen: Wenn die Heilung dich stresst, dann ist das keine Heilung. Dann ist das Druck im spirituellen Kleid.

Wir haben es so gelernt. Wer gut ist, wird geliebt. Wer gute Leistungen bringt, wird anerkannt. Wer nett sein will, muss gut sein. Und dieses Muster nehmen wir mit – sogar ins Thema Heilung.

In der spirituellen Szene kommt dann noch etwas dazu, das ich seit vielen Jahren höre. Man muss höher, reiner, weiter sein, aus einer noch höheren Dimension kommen. Im Kern sind das Vergleiche. Und wir haben gelernt, dass nur wenn wir uns genug anstrengen, dann sind wir sicher.

Freude ist kein Luxus – Freude ist ein Lebenssignal

Genau hier kommt die Freude ins Spiel. Nicht als Ablenkung, sondern als etwas, das dein System in Sicherheit bringt. Denn das, was dein System braucht, ist Sicherheit.

Freude ist nichts Oberflächliches. Freude ist ein Lebenssignal. Ein Signal, dass du am richtigen Ort bist. Wenn du Freude spürst – auch wenn es nur ein kleines bisschen ist – merkt dein Körper, dass er nicht in Gefahr ist. Dein Körper weiss dann, dass er entspannen kann und die Situation okay ist, so wie sie gerade ist. 

Ganz oft ist das der Moment, in dem Heilung erst wirklich möglich wird.

Für mich gibt es drei ganz wichtige Punkte:
Erstens reguliert Freude dein Nervensystem. Du wirst weicher, ruhiger und ganz automatisch auch weiter.
Zweitens bringt dich Freude zurück in den Körper. Du bist wieder da. Du bist anwesend. Du fühlst dich wieder. Du nimmst deinen Körper wieder wahr.
Drittens bringt dich Freude zurück ins Jetzt – weg von diesem inneren Antreiben. Sie führt dich in Ruhe hinein, ins Jetzt.

Und für mich ist Freude nicht das Gegenteil von Tiefe. Genau umgekehrt. Die Freude ist der Weg zurück in die Tiefe. Da, wo dein inneres Feuer angeht. Da, wo du spürst, was dir einfach gut tut.

Kleine Tipps für den Alltag

Es geht nicht um die grossen Glücksmomente. Es geht um zwei Minuten, in denen dein System spürt, dass es  leben darf. Ich möchte dir fünf Arten von Freude mitgeben, die ganz klein und alltäglich sein dürfen.

Genussfreude
Genussfreude kann ein Tee sein. Ein Duft. Ein warmes Essen. Eine Decke. Ein ätherisches Öl oder eine Kerze – diese wunderschönen Düfte, die dich ins Hier und Jetzt bringen und Erdung schenken.

Schönheitsfreude
Schönheitsfreude ist, wenn du etwas siehst, das dir Freude macht. Blumen im Garten, Tulpen, Primeln, Krokusse, wenn es wieder bunt wird. Kerzen, Musik, ein wunderschöner Stein in der Hand.

Spielfreude
Spielfreude ist tanzen, herumalbern, etwas tun ohne Sinn und Zweck – einfach nur, um zu sein. Ich erzähle in der Folge von der Basler Fasnacht, wo ich mir eine Konfettischlacht geliefert habe – mit zwei Menschen über 70. Es war grandios. Kurz das innere Kind rauslassen, lachen, spielen, Freude haben.

Verbindungsfreude
In dieser Situation war auch Verbindungsfreude drin. Die Verbindung mit einem anderen Menschen. Das kann eine Nachricht sein, eine Umarmung, ein schönes Gespräch. Das Wissen, dass diese Person da ist, ich erzählen darf, ich gehört werde. Dieses achtsame Zuhören, das man sich gegenseitig schenken kann.

Kreative Freude
Dann gibt es natürlich auch noch die kreative Freude. Malen, schreiben, kochen, gestalten. Kreativität kann so vieles sein. Ich erzähle auch von einem Projekt, das sich in den nächsten Wochen angehen will – und von dieser Freude, etwas Neues zu lernen und diese neue Freude mitzunehmen.

In der Podcastfolge mache ich auch eine kleine Übung mit dir, damit du wieder mehr Freude in deinem Leben spüren kannst.

Zum Schluss möchte ich dir drei Fragen dalassen, mit denen du weitergehen kannst:

  1. Wo mache ich Heilung zur Leistung?
  2. Welche Freude ist heute klein genug, damit ich sie wirklich zulasse?
  3. Was würde ich tun, wenn ich mich nicht ständig verbessern und optimieren müsste?

Alles Liebe,

Marisa


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