Der Jahresbeginn bringt oft das Gefühl mit sich, dass ein neues Kapitel aufgeschlagen wird. Im Aussen wirkt der Januar manchmal noch ruhig, fast wie eine Verlängerung der Rauhnächte. Energetisch ist das auch stimmig: Aus Sicht des Human Designs beginnt das neue Jahr erst, wenn die Sonne in Tor 41 wechselt – etwa um den 22. Januar herum. Vorher geht es eher um Abschluss, Innenschau und Vorbereitung.
Gerade diese ruhigere Phase eignet sich wunderbar für eine spirituelle Jahresplanung – nicht nur mit Terminen, sondern mit einer spirituellen Struktur, die deinem Jahr Tiefe, Rhythmus und Herzschlag gibt. Eine solche Planung kann helfen, das Jahr nicht einfach „durchrutschen“ zu lassen, sondern es achtsam, magisch und voller kleiner Rituale zu gestalten.
Struktur durch Mondzyklen
Ein zentrales Element dieser spirituellen Jahresplanung sind für mich die Mondphasen. Im Kalender trage ich zuerst die Monde ein: Neumond und Vollmond, jeweils mit dem Tierkreiszeichen, in dem sie stattfinden, und der Energie, die sie mitbringen.
Der Neumond stehe für Neuanfang, Wünsche, Intentionen und Vision Boards. Er lädt dich dazu ein, dich zu fragen, worauf du den Fokus in den kommenden 28 Tagen legen möchtest: Wo stehst du gerade, und welche Themen dürften im nächsten Mondzyklus wachsen?
Der Vollmond markiert dann den Höhepunkt des Zyklus. Hier gehe es um Hinschauen, Loslassen, Dankbarkeit und den Abschluss von Themen. Auch er trägt jeweils die Qualität des Zeichens, in dem er steht – mal feurig, mal eher still, manchmal als Supermond besonders intensiv oder als „blauer Mond“.

Die Rituale rund um Voll- und Neumond müssten nicht gross sein - dürfen aber. Das kann von einem umfangreichen Loslass-Ritual mit Räucherwerk, über ein energetisches Durchtrennen alter Verbindungen bis zu einem bewussten Bad alles sein. Ein anderes Mal genügt dir eine Meditation, ein Spaziergang oder das Ziehen einer Karte. Wichtig ist es, dir bewusst Zeit zu nehmen – auch dann, wenn der exakte Mondtag im Alltag nicht passt. Die Energie ist nicht auf ein paar Minuten beschränkt, sondern wirkt auch an den Tagen darum.
Jahres-Kreis-Feste, Portaltage und energetische Highlights
Neben dem Mond notiere ich mir in meine Jahres-Struktur natürlich auch die acht grossen Sonnen- und Mondfeste. Vier davon sind Sonnenfeste (Tagundnachtgleichen und Sonnenwenden) - die vier Mondfeste liegen dann immer dazwischen. So entstehe ein Rhythmus von etwa sechs Wochen zwischen den Festen – ein natürlicher Puls durchs Jahr.
Diese Feste feiere ich, wenn immer möglich, mit einem Feuer. Dabei ist es völlig egal, ob das ein Feuer im Garten, im Kamin oder sogar nur das Feuer einer Kerze ist. Oft lade ich mir an diesen Tage auch meine Liebsten ein oder - wenn der Tag auf einen Unterrichtstag fällt - mache ich draussen ein Feuer und feiere am Laptop sogar gemeinsam mit meinen Ausbildungsgruppen. Das Feuer symbolisiert die Sonne und damit die Kraft, die hinter all diesen Festen steht.
Wenn du magst, kannst du dich an diesen Festen von einer Göttin aus keltischer oder germanischer Tradition begleiten lassen – etwa Ostara zur Frühlingstagundnachtgleiche. Mir ist es immer wichtig, nicht dogmatisch zu sein: Wenn du keine Zeit für ein grosses Ritual hast, zünde eine Kerze an, räuchere, gehe fünf Minuten in die Natur spazieren oder verbinde dich einfach ganz bewusst mit der Energie des Tages. So bleibt deine spirituelle Jahresplanung lebendig und alltagstauglich.
Als drittes Element notiere ich Portaltage und energetische Höhepunkte hinzu. Dazu gehörten beispielsweise Portaltage nach dem Maya-Kalender, wie das Löwenportal am 8.8. oder das Portal am 11.11..
Aber natürlich auch rückläufige Phasen von Merkur und anderen Planeten beachte ich in meiner Jahresplanung. Auch diese Daten trage ich in den Kalender ein, um einen Überblick über die energetische Landschaft des Jahres zu behalten.
Planung, ohne starr zu werden
All diese Daten – Mondphasen, Jahreszeitenfeste, Portaltage, persönliche Krafttage – trage ich in meinen Kalender ein. So blieben sie präsent und ich kann bewusst mein Jahr planen. Die konkrete Gestaltung der Rituale ist dann aber völlig flexibel: Manchmal entstehe ein klar geplantes Ritual mit Journaling, Karten, Meditation und Feuer. Ein anderes Mal genüge ein kurzer Eintrag im Tagebuch, ein Spaziergang oder ein bewusstes Innehalten.
Wesentlich ist es, dass diese Struktur dem Jahr Achtsamkeit verleit. In früheren Zeiten sind die Menschen regelmässig in die Kirche gegangen und sie hatten da ihre festen Strukturen und Rituale. Heute fehlt vielen Menschen dieser Halt. Eine Ausrichtung an den Kräften der Natur – an Erde, Licht, Dunkelheit, Jahreszeiten – kann da eine neue, sehr natürliche Form von spirituellem Kalender bieten.
Dabei spielt natürlich auch der eigene Lebensort eine Rolle. Wer in Nordeuropa lebe, erlebt andere Zyklen und Jahreszeiten als jemand in Afrika oder Südasien. Rituale sollen sich immer dem Klima und der Umgebung anpassen.
So entsteht ein Jahr, das nicht einfach an dir vorbeizieht, sondern das du bewusst lebst: mit Reflexion, Dankbarkeit, Neuausrichtung – und vielen kleinen, magischen Momenten, die deinen eigenen Weg durch dieses besondere Brückenjahr begleiten.
Deine spirituelle Jahresplanung muss nicht perfekt sein. Sie darf sich entwickeln, mit dir wachsen und sich verändern.
Alles Liebe,
Marisa
