484 – Spirituell sein, auch wenn du am Limit bist

Manchmal ist einfach alles zu viel. Zu viele Eindrücke, zu viele To-dos, zu viele Gefühle. Die Energien sind im Moment so intensiv, dass es sich für viele Menschen anstrengend anfühlt, überhaupt noch klar zu bleiben.

Und weisst du was? Wenn du überreizt bist, ist das kein persönliches Versagen. Du hast nichts falsch gemacht. Überreizung ist kein Charakterfehler. Egal, was du als Kind gehört hast oder wie oft dir jemand gesagt hat, du seist halt zu sensibel.

Überreizung passiert, wenn dein Körper zu viele Reize verarbeiten muss. Und genau das ist heute für viele Menschen Alltag: Handy, Nachrichten, Verantwortung, Erwartungen. Dazu kommt manchmal noch ein ganz spezieller Druck, den ich bei spirituellen Menschen oft sehe: spiritueller Leistungsdruck.

Wenn dich Spiritualität stresst, brauchst du nicht „mehr“- du brauchst Sicherheit im Körper

Vielleicht kennst du Gedanken wie:

  • Ich müsste mehr meditieren.
  • Ich müsste höher schwingen.
  • Ich bin gerade so gestresst, ich kann die geistige Welt nicht mehr fühlen.

Ich sehe das anders. Für mich ist Spiritualität nichts, was du leisten musst. Sie ist etwas, das schon da ist. Meine Haltung ist: Spiritualität hält mich. Sie treibt mich nicht an. Und wenn du beim Lesen merkst, dass dich deine Spiritualität gerade stresst, dann brauchst du keine bessere Spiritualität. Du brauchst mehr Sicherheit in deinem Nervensystem.

Viele Menschen leben heute mit einem angespannten, deregulier­ten Nervensystem. Das bedeutet: Dein Körper scannt ständig nach Gefahr. Und in einer Welt mit Nachrichtenflut und Dauer-Input reagiert dein System manchmal auf Gefahren, die gar nicht in deiner Realität sind. Wenn irgendwo auf der Welt ein Erdbeben passiert, ist das für die Menschen dort real. Für dich hier ist es einfach eine Information, aber dein Körper unterscheidet nicht zwischen „ich bin in Gefahr“ und „ich habe von Gefahr gehört“.

Und dabei ist dein Körper nicht gegen dich. Er versucht, dich zu schützen.

Typische Zeichen von Überreizung können sein:

  • du bist schnell überfordert
  • du hast Schlafprobleme
  • du spürst Enge im Brustkorb
  • du hängst im Gedankenkarussell
  • du ziehst dich zurück
  • du bist erschöpft oder viel näher am Wasser gebaut, als sonst

Es geht dann nicht darum, dich zu optimieren oder dogmatisch alles zu streichen. Es geht darum, deinen Körper zu regulieren und dein Nervensystem zurück in die Ruhe zu bringen.

Zwei Energien zum Anlehnen

Göttin Demeter: die mütterliche Schulter zum Anlehnen

Demeter ist für mich eine der mütterlichsten Energien, die es gibt. Sie nährt. Sie erdet. Sie bringt dich zurück in den Körper. Das Bild, das ich oft bekomme, ist folgendes: Ich lege mich hin und lege meinen Kopf in ihren Schoss. Und ich darf einfach sein. Bei Demeter darf ich anlehnungsbedürftig sein. Ich muss nichts leisten.

Demeter bringt in einem Moment von Überreizung niemals Druck. Keine Ansprüche. Keine Perfektion. Nur diese ruhige Präsenz, die dich einlädt: „Komm. Setz dich hin. Atme. Du darfst ausruhen. Ich halte dich.“

Erzengel Chamuel: Herzensfrieden wie eine warme Decke

Chamuel ist der Erzengel, der für mich Herzensfrieden bringt. Seine Energie fühlt sich tröstend an, stark verbunden mit der Herzenergie. Wenn du dich unruhig, verloren oder abgeschnitten von dir selbst fühlst, ist Chamuel jemand, der sich neben dich setzt und dir die Hand auf die Schulter, den Rücken oder aufs Herz legt.

Es geht nicht darum, dir schnell, schnell eine Lösung zu geben, sondern dir zu helfen, innerlich wieder zur Ruhe zu kommen. Für mich ist Chamuel wie eine warme Decke fürs Herz.

Tools, um dein Nervensystem zu regulieren (ohne dich zu überfordern)

In der Podcast-Folge stelle ich dir fünf einfache Tools vor, um dein Nervensystem schnell und einfach zu regulieren. Ich stelle dir hier zwei vor und die drei anderen findest du in der Podcast-Folge, also höre unbedingt rein. 

Länger ausatmen (60 Sekunden)

Atme vier Sekunden ein und sechs bis acht Sekunden aus und das über drei Atemzüge. Bei der Ausatmung bekommt dein Körper das Signal: Entwarnung. Alles ist sicher.

Wenn du (so wie ich) nicht gern zählst, kannst du stattdessen die Lippenbremse nutzen: durch leicht zusammengepresste Lippen langsam ausatmen. Drei oder vier Runden oder auch ein paar Minuten lang.

Orientierung im Raum (30 Sekunden)

Schau dich langsam in deinem Raum um und benenne fünf Dinge, die du sehen kannst. Drehe den Kopf, schaue hoch und runter, nach rechts und links.

Dein Körper lernt dabei: Ich bin hier. Ich bin jetzt. Und es ist sicher.

Wenn du heute nur eines mitnimmst, dann dies: Du musst nicht zuerst perfekt sein, um verbunden zu sein. Du darfst dich jetzt regulieren. Und die Klarheit kommt Schritt für Schritt.

Diese zwei Fragen möchte ich dir mitgeben:

  1. Was überfordert dich gerade ganz konkret?
  2. Wo darfst du dich anlehnen, statt alles alleine zu tragen?

Anlehnen kann auch heissen, einer Freundin eine Sprachnachricht zu schicken und einfach mal alles rauslassen zu dürfen, ohne Lösung, ohne Bewertung. Einfach, weil du nicht alles alleine tragen musst.

Und wenn du jetzt gleich etwas für dich tun willst: Atme bewusst.

Alles Liebe,

Marisa

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