546 – Körper im Dauerstress? Wie du das Trauma aus deinen Zellen befreist (mit Jana Haas)

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Heute im Podcast habe ich meine liebe Kollegin Jana Haas zu Gast, und wir sprechen über ein Thema, das uns ganz besonders am Herzen liegt. Wie wir Spiritualität, unseren Körper und den oft so fordernden Alltag wirklich miteinander in Einklang bringen können. Pünktlich zum Erscheinen ihres 17. Buches "Die Vereinigung" nehmen wir uns die Zeit, um tief einzutauchen: Warum ist wahre Spiritualität kein blosser Sehnsuchtsort, sondern gelebte Bodenständigkeit? Wie können wir als Erdlinge lernen, unseren Körper nicht als Gegenspieler, sondern als treuen Seelenpartner zu begreifen?

Jana teilt mit uns ihren ganz persönlichen Weg mit Cosmogetic-Yoga, erklärt, warum Stressregulation und das Entkleben unserer Faszien der Schlüssel zu innerer Gelassenheit sind, und warum liebevolle Berührungen in der heutigen, schnellen Welt unser wirksamster Schutzschild sind. Eine Folge voller Wärme, heilsamer Impulse und tiefer Verbundenheit – schön, dass du da bist und mithörst!

Die Vereinigung von Himmel und Erde: Der Körper als spiritueller Partner

Spiritualität darf kein blosser Sehnsuchtsort sein, in den man flieht, wenn man sich unwohl fühlt. Ganz im Gegenteil. Sie will mitten im irdischen Alltag gelebt werden. In ihrem neuen Buch "Die Vereinigung" widmet sich Jana genau dieser Verbindung zwischen Himmel und Erde in uns selbst. Für viele feinfühlige Menschen besteht die grösste Herausforderung darin, nicht wie ein flüchtiges Lüftchen den Kontakt zum Boden zu verlieren. Jana schildert aus ihrer eigenen jahrzehntelangen Erfahrung, dass eine der ersten Botschaften der Engel an sie lautete, dass je feingeistiger ein Mensch wird, desto geerdeter muss er sein. Wir leben als Erdlinge hier auf diesem Planeten, atmen die Luft der Erde und trinken ihr Wasser. Eine gelebte Verbindung zur geistigen Welt verlangt daher nach einer ebenso tiefen Verwurzelung im physischen Körper.

Lange Zeit dominierte auch bei Jana der Drang nach Leistung, der sich sogar in der spirituellen Praxis widerspiegelte, beispielsweise im fordernden Ashtanga Yoga. Doch mit dem Älterwerden, besonders ab Anfang vierzig, meldete sich der Körper unüberhörbar zu Wort. Alte seelische Traumata und jahrzehntelanger Stress hatten sich in den Faszien und auf Zellebene festgesetzt. Das führte zu Schulterschmerzen, Rückenbeschwerden und spürbaren Einschränkungen. Erst das tiefe Begreifen, dass der physische Leib kein Gegenspieler, sondern der wichtigste spirituelle Partner auf Erden ist, brachte die heilsame Wende. Aus dieser Erkenntnis entstand die Praxis des Cosmogetic-Yoga. Diese Methode verzichtet bewusst auf äusseres Leistungsstreben und Muskeldrill. Stattdessen lädt sie dazu ein, dem Körper wieder mit liebevoller Achtsamkeit zu begegnen, die Seele in den Knochen ankommen zu lassen und eine tragfähige Balance zwischen geistiger Ausrichtung und irdischer Realität zu schaffen.

Raus aus dem Stress: Vom Leistungsnerv zur inneren Ruhe

In der heutigen, hektischen Informationsgesellschaft steht der Organismus vieler Menschen unter ständiger Hochspannung. Der Sympathikus, unser körpereigener Leistungs- und Stressnerv, ist über Jahrzehnte hinweg chronisch übererregt. Oft wird versucht, diesen Zustand mit noch mehr Perfektionismus, Optimismus oder Selbstoptimierung zu kompensieren, doch der Körper reagiert auf Angst und Druck mit einer typischen Schutzhaltung. Die Schultern ziehen sich hoch, der Nacken verkürzt sich, und der Fluss der Lymphe gerät ins Stocken. Der Rücken wird bucklig unter den scheinbaren Lasten des Alltags, und im angespannten Bauch sammelt sich vermehrt Fettgewebe an. Wer innerlich verhärtet ist, verliert den Kontakt zu sich selbst und steht am Ende mit geballten Fäusten und bitterer Miene im Leben.

Um diesen Teufelskreis zu durchbrechen, setzt Jana Haas auf die bewusste Aktivierung des Parasympathikus, unseres Entspannungsnervs. Ihr Cosmogetic-Yoga nutzt dazu eine gezielte Bauchatmung, bei der durch ein tönendes, schwingendes Ausatmen das Bauchzentrum gelöst wird. Kombiniert mit achtsamen, superlangsamen Dehnübungen – die für jedes Alter und selbst im Sitzen praktizierbar sind – werden verklebte Faszien befreit. Die Wirbelsäule, die Jana als aufgerichtete Seelenachse beschreibt, kann sich wieder frei dem Himmel zuwenden. Durch diese Entlastung sinkt der Adrenadruck, während Raum für Geborgenheitshormone wie Oxytocin entsteht. Echte Regeneration und gesunder Schlaf werden so wieder möglich. Niemand kann uns diese Eigenverantwortung für das persönliche Wohlbefinden abnehmen – weder Therapeuten, noch die Engel. Erst wenn wir lernen, wie eine fürsorgliche Mutter für unseren eigenen Körper zu sorgen, können wir die Anforderungen der Welt meistern, ohne unsere Energie im Dauerstress zu verbrennen.

Wahre Stärke, gesunde Grenzen und die heilsame Kraft der Berührung

Wahre Stärke zeigt sich nicht darin, mit dem Kopf durch die Wand zu gehen, sondern in der Fähigkeit, präsent im Augenblick zu ruhen. Aus dieser Perspektive heraus gelingt es, allem mit Liebe zu begegnen, ohne sich selbst darin zu verlieren. Eine Weisheit besagt: Liebe ist der grösste Schutz. Das bedeutet keineswegs naive Gutgläubigkeit, sondern ein stabiles In-sich-Ruhen. Wer tief atmet und sich seiner Gefühle bewusst bleibt, lässt sich von Angriffen oder Vorwürfen im Aussen nicht verunsichern. Man erkennt, dass verletzende Worte weit mehr über das Gegenüber aussagen, als über einen selbst. Mit dieser inneren Festigkeit lässt sich klar und entwaffnend reagieren – sei es durch eine ruhige Nachfrage oder durch das klare Signal, dass ein solches Verhalten keine Reaktion verdient.

Ein weiteres grundlegendes Bedürfnis kommt in unserer modernen, oft verkopften Welt viel zu kurz, die physische Berührung. Eine liebevolle Umarmung, gemeinsame Zeit, eine Massage oder das Streicheln eines Haustieres schenken unserem Nervensystem genau die Nähe, die für echtes Vertrauen unverzichtbar ist. Wir streicheln oft häufiger das Smartphone als unsere Partner oder Kinder. Dabei sind es gerade die zärtlichen Gesten, die uns erden und heilsame Räume für die Gesundheit öffnen.
Selbstliebe bedeutet, Geduld und tiefes Verständnis für den eigenen Weg aufzubringen. In einer Welt des ständigen Wandels dürfen wir genau jetzt, mit jedem Herzschlag, fühlen, dass wir richtig sind, genau so, wie wir sind.

Alles Liebe,

Marisa


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