502 – Prägungen vs. Horoskop: Wer bin ich ohne das, was ich gelernt habe?

Schwierige Beziehungen – zum Beispiel eine schwierige Vaterbeziehung oder Mutterbeziehung – kann man im Horoskop oft sehr gut erkennen.

Und gleichzeitig gibt es diese andere, grosse Frage: Was ist, wenn wir Prägungen aus der Kindheit in uns tragen, die wir von unseren Eltern gelernt haben – aber in unserem Horoskop eigentlich etwas ganz anderes steht? Wie geht man damit um, wenn man das erkennt? Was kann man tun? Und wie kann Heilung geschehen?

Genau diesen Fragen bin ich in dieser Podcastfolge nachgegangen – gemeinsam mit Simone.

Die grosse Frage: Wer bin ich ohne meine Prägungen?

Simone hat etwas gesagt, das mich sehr berührt hat. Sie hat beschrieben, dass sie sich selbst sehr intensiv gefragt hat: Wer bin ich ohne meine Prägungen?

Gerade wenn Prägungen sehr früh entstehen – vielleicht sogar schon in der Schwangerschaft – sind wir absolut verbunden mit dem System unserer Mutter. Das ist nicht nur im Kopf. Das ist in unseren Zellen. Es ist von Anfang an Teil von uns. Und genau deshalb ist diese Frage so kraftvoll. Wenn ich mich nicht nur über das definiere, was ich gelernt habe, was bleibt dann übrig? Was ist meine Grundstruktur? Wie viel davon bin wirklich ich?

Ein klassisches Feld, in dem Prägungen sehr schnell wirken, ist der Selbstwert. Simone hat ein Beispiel genannt, mit einer Mutter, die überfordert ist aufgrund ihrer Lebenssituation. Das hat nicht zwingend etwas mit dem Kind zu tun. Aber Kinder nehmen alles persönlich. Sie denken dann schnell, dass mit ihnen etwas nicht stimmt, dass sie zu viel sind. Also nehmen sie sich zurück, schmälern ihre Kraft. Und das geht direkt auf den Selbstwert.

Später, wenn wir dann anfangen hinzuschauen, können wir verstehen: Okay, das war die Mutter, die überfordert war. Es war nicht ich. Und allein dieses Sortieren ist so wichtig. Was ist meins? Was ist das von meinen Eltern?Denn, wenn wir erkennen, was wir nicht sind, taucht die nächste Frage auf: Wie bin ich dann?

Was das Horoskop zeigen kann: Bedürfnisse, Beziehung, Tatkraft

Wenn wir beginnen, Prägungen von unserer eigenen Grundstruktur zu trennen, kann das Horoskop ein Anhaltspunkt sein. Simone hat beschrieben, dass man zum Beispiel schauen kann:

  • Mond: Was sind meine grundlegenden Bedürfnisse?
  • Venus: Was wünsche ich mir in Beziehungen? Wie viel Nähe, wie viel Distanz?
  • Mars: Wie ist es mit meiner Tatkraft? Ist sie gebremst worden? Habe ich mich selbst gebremst, weil ich das Gefühl hatte, ich sei zu viel?
  • Sonne: als wichtiger Teil der persönlichen Planeten, die zeigen, wie unsere Grundstruktur in dieser Inkarnation angelegt ist.

Spannend fand ich auch den Blick auf die Elemente: Ein Mars im Feuer hat eine andere Qualität, als ein Mars im Wasser. Und selbst wenn man nicht tief in der Astrologie drin ist, kann man ein Gefühl dafür entwickeln, wenn man weiss: Mars steht für Tatkraft – und die Elemente färben, wie diese Kraft sich ausdrückt. Und ja: Wenn ein Kind die Rückmeldung bekommt, dass es zu viel ist, dann deckelt es seine Kraft. Und das kann später wieder mit Selbstwert-Themen zusammenhängen.

Im Gespräch kam etwas auf, das ich aus meiner eigenen Arbeit sehr gut kenne. Wenn wir Trauma bearbeiten wollen, braucht es mehr als nur Verstehen.

Ich habe im Podcast gesagt, dass es für mich drei Säulen gibt:

  • das Psychische (das Klassische: darüber sprechen, verstehen)
  • das Seelische (vergangene Leben, Ahnenthemen, wofür bin ich da?)
  • das Körperliche (somatische Arbeit)

Simone hat das sehr klar bestätigt – und betont: Je früher die Prägung, desto wichtiger wird die somatische Ebene, weil es wirklich in unseren Zellen verankert ist. Gerade in der Babyphase, wenn wir keine sichere Bindung entwickeln können, wirkt sich das auf unser späteres Bindungsverhalten aus. Und auch hier beginnt es mit Bewusstheit. Mit erkennen, sortieren und zuordnen. Und dann dem Körper Raum geben, in seinem Tempo.

Wenn du etwas erkannt hast, ist es oft schon fast gelöst

Wenn du ein Problem erkannt hast, hast du es zu einem grossen Teil schon gelöst. Und trotzdem braucht es manchmal etwas, das wir in der spirituellen Szene oft vergessen und das ist die Zeit zur Integration.
Oft bekommt man dann schnell das Bedürfnis ein Pflaster draufzukleben. Sofort einen Knopf zu drücken, damit es wieder gut ist. Ich bin da eher anders. Ich finde, es ist so wertvoll, mit einem Thema in der Stille zu sitzen. Es anzunehmen, ohne in blinden Aktionismus zu gehen. Denn in dieser Zeit können Dinge passieren, die wir vorher noch gar nicht sehen können.

Simone hat das Bild vom Samen aufgenommen. Die Erkenntnis ist wie ein Samen in der Erde. Und dann braucht es Zeit. Und sie hat ein Bild genannt, das ich wunderschön finde: die innere Wartebank. Manche Themen setze ich innerlich auf diese Wartebank, wenn ich noch nicht weiss, wie es weitergeht. Und wenn es Zeit ist, zeigt sich die Lösung – oder der Impuls, Hilfe zu holen.

Gerade diese ganz frühen Prägungen beeinflussen uns enorm auf einer unbewussten Ebene. Und es lohnt sich hinzuschauen, weil so viel Kraft darin gebunden ist. Aber es sollte nicht mit Druck sein. Es braucht einen liebevollen Rahmen. Nicht mit der Brechstange, sonst landen wir schnell in der Retraumatisierung und machen es schlimmer. 

Wir haben oft gelernt, dass wir alles alleine stemmen müssen. Aber das ist nicht der Weg. Es braucht ein Dorf. Es braucht Menschen, die mit dir gehen – die dich ermutigen, die an deiner Seite sind. Und manchmal ist genau das der nächste Schritt. Dass du dir erlaubst, es nicht alleine machen zu müssen.

Alles Liebe,

Marisa


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