500 Podcast-Folgen. Ganz ehrlich, ich kann es selbst kaum glauben. Und wenn ich auf diese vielen Folgen zurückblicke, dann denke ich nicht in erster Linie: Wow, wie viel ist da entstanden? Ich denke vor allem: Wow, wie viel habe ich gelernt. Über Spiritualität, über Business, über Menschen, über mich selbst. Über Grenzen und über meine eigene Wahrheit.
Und ja, es gibt Einiges, was ich heute anders machen würde. Nicht, weil ich etwas bereue, sondern weil ich heute klarer sehe. Reifer bin. Ehrlicher bin. Und weil ich mir heute Dinge erlaube, die ich mir früher nicht erlaubt hätte.
In dieser Podcast-Folge teile ich meine zehn wichtigsten Learnings aus sieben Jahren Podcast und fünfhundert Folgen. Und auch ein paar Wendepunkte, die mich in dieser Zeit wirklich geprägt haben.

Der Moment, in dem ich verstanden habe: Grenzen sind Liebe
Früher habe ich geglaubt, dass Liebe, Verantwortung und Verbundenheit bedeuten, viel zu tragen. Viel auszuhalten und viel mitzugehen. Und ich war gut darin. Ich konnte da sein. Halten. Mitfühlen. Mittragen. Und oft auch mich selbst dabei verlieren.
Heute weiss ich: Grenzen sind nicht das Gegenteil von Liebe. Grenzen sind ein Ausdruck von Selbstachtung.
Ich sage heute früher Nein. Ich sage ehrlicher Nein. Und ich spüre schneller, was für mich stimmig ist und was nicht. Nicht perfekter – aber bewusster. Und das verändert alles.

Wenn ich an die Version von mir zurückdenke, die 2019 mit dem Podcast gestartet ist, dann sehe ich eine Frau, die Selbstfürsorge irgendwo ganz hinten auf die Liste geschrieben hat. So nach dem Motto: Wenn alles erledigt ist, wenn alle anderen glücklich sind, wenn alles läuft, dann bin ich dran.
Heute mache ich es umgekehrt. Selbstfürsorge ist keine Belohnung. Sie ist die Basis.
Ich nehme ernster, was mein Körper braucht. Was meine Seele braucht. Und auch, was ich als Projektorin brauche. Weil wir nicht alle gleich funktionieren – und weil es keinen Preis zu gewinnen gibt für Menschen, die
am längsten durchhalten.
Als mein Körper lauter war, als mein Kopf
Ich arbeite seit Jahrzehnten an mir. Ganz klassisch mit Psychologie, später mit Rückführung, mit ganzheitlichen Ansätzen, mit Therapie. Und trotzdem gab es vor ein paar Jahren diese Weihnachtstage, die so traumatisch und retraumatisierend waren, dass ich wusste: So geht es nicht weiter. Das war der Moment, in dem ich verstanden habe: Wenn ich wirklich heilen will, dann reicht es nicht, nur im Kopf zu arbeiten. Dann muss ich den Körper mitnehmen.
Und damit kam ein Learning, das ich heute nicht mehr wegdenken kann: Spirituelle Arbeit, psychische Arbeit und somatische Arbeit gehören zusammen. Nicht als Trend oder als Konzept. Vielmehr als Wahrheit. Denn wenn wir einfach nur Licht und Liebe senden, heilen wir nicht automatisch alles weg. Der Körper weiss Dinge, die der Kopf nicht verstehen kann.
Die ersten Monate somatischer Arbeit waren intensiv. Viele Tränen. Dunkle Phasen. Und immer wieder diese Frage: Was soll das überhaupt bringen? Bis zu dem Moment, in dem ich in eine Situation geriet, die mich früher komplett getriggert hätte – und ich blieb ruhig und souverän. Bei mir. Und erst als ich es meiner Therapeutin erzählte, fiel es mir auf: Ich war nicht mehr im alten Muster. Da wusste ich, das hier ist echte Veränderung.
Was ich in die nächsten Folgen mitnehme
Ich sehe, wie schnell man jedem Trend hinterherrennen könnte. Wenn man dramatisiert oder Angst schürt. Wenn man sagt, dass alles schlimm wird – aber ich kann dich retten. Ich mache das nicht. Nicht, weil ich es nicht könnte. Sondern weil es meinen ethischen Grundsätzen widerspricht.
Angst lässt uns nicht wachsen. Angst hält unsere Energie tief. Ich will keine schlafenden Schafe. Ich will Menschen, die in ihre Selbstwirksamkeit kommen. Ich kann dich nicht retten – aber ich kann dich daran erinnern, dass du dich selbst retten kannst.
Dieses Learning hat weh getan. Ich bin mit einer inneren Haltung aufgewachsen, die sagt, dass ich verantwortlich bin und das ich alle retten muss. Und ja – ich sehe viel. Ich fühle viel. Ich kann viel tragen. Aber ich weiss heute: Das ist nicht immer Liebe. Ganz oft war es die Retterrolle.
Heute kann ich begleiten, ohne mich aufzuopfern. Ich kann da sein, ohne mich zu verlieren. Und ich kann sagen: „Ich bin gerne für dich da. Aber ich kann das nicht für dich erledigen.“

Wenn ich die letzten fünfhundert Folgen anschaue, dann sehe ich nicht nur Arbeit. Ich sehe Entwicklung, Heilung, Wahrheit, aber auch Fehler, Umwege, Überforderung und Lernschritte.
Aber vor allem sehe ich: Ich bin heute viel mehr ich selbst, als früher.
Und wenn ich etwas in die nächsten Folgen mitnehmen will, dann das: Ich will noch ehrlicher sein. Noch authentischer. Noch klarer. Noch mehr bei mir bleiben. Und noch weniger Dinge tun, die nicht wirklich zu mir passen.
Vielleicht ist das das schönste Learning von allem: Wir müssen nicht perfekt sein. Wir dürfen echt sein.
Und jetzt interessiert es mich, was ist dein wichtigstes Learning aus den letzten Jahren? Was würdest du heute anders machen? Ich freue mich, davon zu lesen.
Alles Liebe,
Marisa
